Exklusiv-Interview im VT vom 08.12.2020

Das Viernheimer Tageblatt hat mich zum Interview gebeten, dem bin ich natürlich gerne nachgekommen. Freundlicherweise habe ich den Text bekommen, den ich hier für bessere Leserlichkeit gerne teile.

1. Herr Klauder, auf Ihrer Homepage befindet sich aktuell eine Video-Serie unter dem Motto „Viernheimer Menschen, Viernheimer Leben“. Was hat es damit auf sich?

Schön, dass Sie darauf aufmerksam geworden sind. Ganz einfach: ich möchte mit den Menschen sprechen, mit Viernheimer Leuten, die man kennt oder auch nicht, ich möchte, dass sie aus ihrem Leben sprechen, ihnen zuhören und mitnehmen, was ihnen wichtig ist. Man kann so wahnsinnig viel über Bürgerbeteiligung, über Apps und Austauschplattformen oder was auch immer nachdenken und planen. Man kann aber auch einfach zu den Leuten hingehen und zuhören. Und natürlich soll es auch publik gemacht werden, zum Austausch anregen, Gemeinsamkeiten schaffen – und einfach zeigen, wie es den Leuten geht. Das Format ist immer identisch; Ich besuche einen Menschen aus Viernheim, lasse ihn aus seinem Leben, Beruf, Hobby oder Engagement erzählen und gebe Gelegenheit, seine Wünsche an die Politik, die Gesellschaft oder Viernheim generell zu adressieren. Dabei geht es überhaupt nicht um mich, meine Politik oder Kandidatur, es geht einfach nur darum, dass die Menschen das, was Ihnen wichtig ist, mit den anderen teilen. Ich bin da nur der Moderator, nicht der Handelnde. Und schon gar nicht nutze ich diese Filme, um meine eigenen Botschaften zu verbreiten, sondern es geht einzig um die Menschen, die sprechen. Ich möchte ihre Situation und ihre Erwartungen an mich oder an die Politik verstehen und mitnehmen. Das ist mir ein großes Anliegen, ich habe mein ganzes Berufsleben darauf aufgebaut, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, und ich finde, das steht mir und ist mit dieser Aktion gut in die Praxis umgesetzt. Sechs Interviews sind per Stand heute veröffentlicht, zehn weitere haben wir schon gedreht. An vielen Stellen sind wir in der Planung oder Vorbereitung. Wir bekommen Feedback, dass die Leute gespannt und neugierig darauf warten, wer denn der nächste ist, das ist sehr schön! Und es macht den Menschen einen Riesenspaß – und mir auch! 

2. Nach welchen Kriterien haben Sie die „Viernheimer Menschen“ ausgesucht?

Als ich damit begonnen habe, habe ich einfach Leute gefragt, die ich kenne. Ganz unbescheiden, ich kenne ja genug Leute und man kennt mich auch. Und dann habe ich einfach angefangen. Natürlich ist es mir ein Anliegen, Leute aus allen Teilen der Viernheimer Gesellschaft zu sprechen, aus dem Geschäftsleben, Sozialwesen, Kunst und Kultur, Bildung und Ausbildung, eben ein schöner Mix. Anfänglich musste ich noch erklären, dass es mir nicht um meinen Wahlkampf geht, sondern darum, den Menschen Raum zu bieten, das wurde dann aber sehr schnell akzeptiert und mittlerweile haben wir ja genug Filme „im Kasten“, dass wir noch lange publizieren können – und ich bekomme jetzt sogar Anfragen, das ist ein schöner Erfolg! 

3. Welche drei Aussagen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Ich möchte das ein wenig verallgemeinert beantworten, weil ich die Menschen hier nicht ohne ihre Erlaubnis exponieren möchte, aber jeder kann ja die Filme sehen. Darüber hinaus gibt es noch welche, die noch nicht veröffentlicht sind, da darf ich aber vorgreifen. Also: zum einen hat es mich berührt, dass ein Handwerker mir sagte, in der Verwaltungsspitze gäbe es so gut wie kein Verständnis oder emotionale und inhaltliche Nähe zu den Themen des Gewerbes und der Wirtschaft, trotz aller Aktivitäten der Wirtschaftsförderung. Als Kaufmann und Selbstständiger berührt mich das sehr und das habe ich mir auf den Weg mitgenommen. Eine weitere Erfahrung war mein Interview mit Leuten aus der Alten- und Krankenpflege, die mir sehr deutlich gemacht haben, dass wir hier in Viernheim nicht die richtigen Wege gehen bzw. ungerechtfertigt in die Entwicklung der Dinge eingegriffen haben. Dann sind noch drei Interviews mit jungen Menschen, die mir ihre Anliegen zu Klimaschutz, sozialer Gerechtigkeit, ökologischem Umbau sehr nahegebracht haben, die werden in den nächsten Wochen publiziert.

4. Des Weiteren gibt es auf Ihrer Homepage die Rubrik „Wussten Sie eigentlich von mir…?“ Was erfährt hier der Leser über Sie?

Als ich meine Kandidatur verkündet habe, konnte ich zweierlei Aussagen mitnehmen, die eine, die schöne, lautete: „klar, dich kennt man ja“ – und dann gab es Stimmen, die sagten: “dich kennt ja noch keiner!“. Interessant, also habe ich beschlossen, mich vorzustellen. Die Rubrik, die Sie ansprechen, besteht aus kurzen Texten zu kleinen, detaillierten und teilweise sehr persönlichen Aspekten meines Lebens, meiner Vergangenheit, Gegenwart oder zu meinen Ideen für die Zukunft. Familie, Freunde, Hobbys, aus meinem privaten Leben und meinem Berufsleben, ziemlich umfassend. Nicht mehr als 2-3 Absätze zu einem Thema, und was es für mich und meine Haltung bedeutet. Ich glaube an Transparenz, Nähe und Nahbarkeit, möchte als Mensch wahrgenommen werden, so wie ich andere gerne wahrnehmen möchte. Hier ist die Plattform für das. Ich mag keine Politiker, die permanent mit Ihren Thesen auf Sendemodus sind. Lieber höre ich zu, spreche mit den Leuten und stelle mich vor, damit man mich kennenlernen und sich ein Bild von mir machen kann. Und noch weniger mag ich Führungskräfte, die ihre Agenda nicht erklären, intransparent sind, Wichtiges verschlossen halten und sich nicht erklären. Die Menschen sollen wissen, wer ich bin und wofür ich stehe. Kurzum: während die Interviews mit den Menschen die Gelegenheit sind, Anliegen der Bürger zu verbreiten, ist dieses Format ein Kanal, auf dem ich mich selbst vorstelle. 

Viernheimer Tageblatt, 08.12.2020

5. Kommen wir kurz zur aktuellen Politik. Die AfD wird 2021 nicht in Viernheim zur Kommunalwahl antreten. Sie haben das bereits im „Viernheimer Tageblatt“ als großen Erfolg gewertet.

Es ist ein Erfolg für Viernheim, da lief Einiges richtig gut! Es gab vor vier Jahren ein großes Protestpotenzial. Aus meiner Sicht im Wesentlichen ausgelöst von bundespolitischen Themen, überwiegend der Flüchtlingskrise. Eine gewisse Verdrossenheit in Politik und gefühlte „Obrigkeit“ manifestierten sich auch in Viernheim und boten Gelegenheit, über Themen wie Versickerungsmulden, Laternen, Grundsteuer und Rathausumbau politisch zu punkten. Viernheim hat da seine Speziallösung gefunden und die UBV hat die Stimmen eingefangen, die anderswo die Radikalen bekommen haben – eine geniale Viernheimer Einzigartigkeit. Wie alle „Neuen“ in der Politik anfänglich unbequem, hat sich doch gezeigt, dass man in der Sache vortrefflich arbeiten kann. Und für die Feinde der Demokratie ist kein Platz, großartig! Zu der Partei, nach der Sie fragen, möchte ich bestätigen, was ich im Leserbrief schrieb; das Migrationsproblem ist jetzt weitestgehend im Griff, die Partei hat keine Themen mehr und zerreibt sich darin, wie stark ihr Faschismus ausgeprägt sein soll. Dann laufen die ernstzunehmenden Wähler eben weg. Wer diese Partei allerdings wählt, weil er den Faschismus und die Fremdenfeindlichkeit und die Rohheit mag, der wird auch wieder eine Partei finden, die genau das verkörpert und dann eben diese wählen. Für die Protestwähler oder die, die tatsächlich nach einer Alternative gesucht haben, brauchen die etablierten Parteien jetzt gute Angebote. 

6. Durch den Nichtantritt verschwindet ja nicht das Wählerpotenzial. Wie wollen Sie es schaffen, dass diese Wähler, die bei den letzten Bundes-und Landtagswahlen um 15 Prozent ausmachten, am 16. März 2021 trotzdem zur Wahl gehen und dann Sie beziehungsweise GRÜN wählen?

Zunächst müssen wir unterscheiden. Als Bürgermeister-Kandidat bin ich kein Parteipolitiker, sondern potenzieller Verwaltungschef, Führungspersönlichkeit, Repräsentant – jemand, der im Inneren die Verwaltung gut führt, in der Außenwirkung Kompromisse ermöglicht, Brücken baut, Verbindungen und Allianzen schafft. Das ist komplett unabhängig von meiner Parteimitgliedschaft und fundiert sich vielleicht in meinem beruflichen Hintergrund, aber nicht in meiner politischen Ausrichtung. Ein Bürgermeister, der von seiner Partei instrumentalisiert wird oder umgekehrt seine Partei für seine Zwecke instrumentalisiert, kann kein guter Amtsinhaber sein. Als Kandidat kann ich durch Integrität wirken, durch mein persönliches und berufliches Profil, ich kann durch Themen die Leute für das Wählen oder die Politik interessieren und ermuntern. Natürlich kann ich für mich werben, aber ich kann kein anderer sein als der, der ich bin. Die Bürgermeisterwahl ist eine Wahl der Person und der Persönlichkeit. Ich biete ein breites gesellschaftliches Erfahrungsspektrum, Authentizität, Nahbarkeit, Führungs- und Kommunikationskompetenz, und meine Themen sind Themen gleichermaßen der Wirtschaft wie der Ökologie. Das ist ein Angebot für Wähler jeglicher politischer Heimat. Dafür kann man mich wählen, wenn man möchte, unabhängig davon, welcher Partei man zugeneigt ist oder war. 

Jetzt was die Grünen betrifft: Zunächst einmal fällt es mir schwer zu glauben, dass jemand, der das System ablehnt, identitär denkt und autoritäre Führung schätzt, ein potentieller Wähler der Grünen oder einer anderen demokratischen Partei ist. Auch scheint es eine Ironie des Schicksals zu sein, dass die Partei, die sich wie kaum eine andere für die Schwächsten einsetzt – und dazu gehören Geflüchtete genauso wie Rentner in Altersarmut, Arbeitssuchende, prekär Beschäftigte, Behinderte und alle erdenklichen Minderheiten, gerade von denen attackiert wird, die sich „abgehängt fühlen“. Was können die Grünen tun? Das, was sie ohnehin tun, auf Bundes- und Landesebene, so auch in Viernheim: Verantwortung tragen, inkludieren, die Gesellschaft repräsentieren, „mittig“ sein, Lösungen bieten, zuhören, verstehen. Die Grünen werden ihr Programm demnächst veröffentlichen, da sind einige sehr konkrete Punkte für Viernheim drin, der Wähler möge entscheiden. Jede Partei muss auch damit leben, dass es eine gewisse Menge an Wählern gibt, die niemals ihr Kreuz bei ihr machen. 

7. Die CDU Viernheim hat am Mittwoch Ihr Wahlprogramm verabschiedet. Ein Hessentag in Viernheim eine gute Idee?

Zunächst einmal ergeht mein Kompliment an den Ideenreichtum der CDU, basierend auf einer Hinwendung zum Bürger, nicht nur per technischer Lösung. Das gefällt mir gut und korrespondiert mit meinem Verständnis von Bürgernähe genauso, wie ich den Marketing-orientierten Ansatz schätze. Beim Hessentag bin ich zwiegespalten, weil ich persönlich große Veranstaltungen nicht so sehr mag – zumal in Zeiten von Corona. Natürlich habe ich, als die Idee präsentiert wurde, mal recherchiert und sehr uneinheitliche Ergebnisse erhalten. Für einige Städte war es eine kommerzielle Katastrophe, für andere ein Segen. Das müsste man näher beleuchten. Bin mir auch nicht sicher, ob das Folklore aus einer alten Zeit ist, oder eine Tradition, die von den Bürgern geschätzt wird. So ein Thema, finde ich, könnte man sehr gut mal zum Gegenstand einer Bürgerbefragung machen, schon wegen der Tragweite, da wäre ich echt auf das Ergebnis gespannt.

8. Die CDU will die Sanierung des Rathauses, Sie präferieren den Abriss. Wie passt das mit dem Stimmverhalten der GRÜNEN zusammen, die bisher die Maßnahmen zur Rathaus-Sanierung mitgetragen haben? (sollte ich falsch liegen sorry, aber mir war bisher jedenfalls keine Gegenstimme im Ausschuss bekannt)

Meines Wissens haben die Grünen, traditionell ohne Fraktionszwang, mit drei Stimmen für einen Abriss und einer für die Sanierung gestimmt. Trotzdem ist es auch grüne Tradition, demokratisch getroffene Entscheidungen zu unterstützen, weswegen sie kooperativ und produktiv im Planungsausschuss mitarbeiten. Meine persönliche Meinung basiert darauf, dass per Digitalisierung und der damit verbundenen fundamentalen Änderungen der Arbeitswelt ein solcher Koloss in der Stadtmitte nicht mehr zeitgemäß ist. Auch darauf, dass eine Sanierung wahrscheinlich deutlich teurer und für die Mitarbeiter unbequemer ist als ein Neubau. Darüber hinaus habe ich eine Idee von der Innenstadt, in der generationenübergreifendes Wohnen, Dienstleistungen, Kunst, Kultur und Zusammenkunft möglich sind, da könnte man sicherlich schöne Lösungen in der Stadtmitte finden. Und ein Bürgerbüro passt da überall hin, sogar ein Ratssaal. 

9. Eines Ihre Ziele ist der Umbau des Bürgerhausvorplatzes. Wie soll dieser Ihrer Meinung nach aussehen?

Ich sehe, Sie haben sehr fleißig und akribisch in meiner Ideensammlung gestöbert. Ich möchte darauf hinweisen, dass das noch kein offiziell verlautbartes Programm ist. Es ist vielmehr eine Sammlung von Themen, die ich für nachdenkenswert halte und öffentlich stelle. Wie gesagt, ich stehe für Transparenz und Offenheit und teile und kommuniziere gerne. Daran kann sich natürlich jeder bedienen, auch der politische Wettbewerber. Die Idee des Umbaus im Sinne von „weniger Beton, mehr Grünes“, ist Teil meiner Idee von der liebenswerten Stadt, in der Mensch und Natur einander näherkommen. Wenn die Saarlandstraße umgebaut wird, könnte man den Vorplatz des Bürgerhauses gleich mit in Angriff nehmen. Grün ist mir lieber als Grau und jede Maßnahme in der Richtung ist mir willkommen. Ich habe aber noch keinen Plan dafür gezeichnet ;))

Bild: OH/VT

10. Was sind intelligente Müllsammelsysteme?

Noch eine von diesen Ideen. Natürlich ist mir auch klar, dass der künftige Bürgermeister von Viernheim nicht der König von Viernheim ist, der alles Mögliche einfach einführen und umsetzen kann. Ich denke, da würde die ZAKB noch ein bisschen mitsprechen wollen. In Lampertheim wird der Müll, in einem Pilotprojekt, um Platz zu sparen, in einem Unterflursystem gesammelt, also unterirdisch. Gutes Konzept! Und warum nicht darüber nachdenken, dass man den Müll auch der privaten Haushalte wiegt. In der Industrieentsorgung schon lange üblich, beim Liften der Tonne ist es technisch einfach, gleich das Gewicht aufzunehmen. Wertstoffsammlung, fälschlicherweise als Trennung bezeichnet, muss honoriert sein, Restmüll idealerweise reduziert… Im Zuge der Digitalisierung wird es möglich sein, bedarfsgerechte Tourenplanung und damit eine erhöhte Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Aber interessant, wohin uns unser Gespräch führt, jetzt sind wir echt im Detail…

11. Zur Bekämpfung des Klimawandels und lokaler Emissionen schlagen Sie eine Kaufförderung für Lastenräder vor. Was meinen Sie damit konkret?

Ich finde Lastenräder sind grundsätzlich eine großartige Sache, erst recht in einer Stadt, die so flach ist wie Viernheim. Man kann auf unterschiedliche Art und Weise fördern. Auch hier zeigt ein Blick nach Lampertheim, was möglich ist; elektrische Lastenräder, an ihren Ladestationen per App leicht bedarfsgerecht zu mieten, großartig! Mieten und Teilen statt kaufen. Wer sich für Kaufen entscheidet, darf gerne einen Zuschuss bekommen, warum nicht auch aus der Stadtkasse. Ein Lastenrad beansprucht den öffentlichen Raum nicht so sehr wie ein zweieinhalb Tonnen schweres Auto, in dem nur ein 70 Kilo Mensch fährt – oder noch leichtere… ;))

12.„Viele Ampeln können ersetzt werden.“ Welche kommen Ihnen dabei in den Sinn?

Ein Blick in unser Nachbarland, man muss nur in 40 Minuten bei Karlsruhe ins Elsass fahren, offenbart uns eine Welt fast ohne Ampeln. Ich denke, dass fast jede Kreuzung, außer solche, die Schienenverkehr inkludieren, durch Kreisverkehre ersetzt werden kann. Mit jener Einschränkung fallen die Zufahrt von der Mannheimer ins Rhein-Neckar-Zentrum und die Kreuzung Karl-Marx-Straße/Berliner Ring natürlich weg. Für alle anderen großen Kreuzungen kann ich mir durchaus Kreisverkehre vorstellen. Natürlich müssen die Einzelfälle betrachtet werden.

13. Sie sprechen sich dafür aus, dass Viernheim dem Bündnis „Sicherer Häfen“ beitreten soll. Was würde sich dadurch ändern?

Hier handelt es sich um eine Initiative, die darauf zielt, Menschen nicht im Mittelmeer ertrinken zu lassen und die wunderbar mit der ausgezeichneten Arbeit korrespondiert, die mit Geflüchteten in Viernheim geleistet wurde. Die Flüchtlingsarbeit wurde ja quasi als beendet erklärt, tatsächlich läuft sie aber weiter. Über diese Initiative würde der ohnehin schon geleisteten ehrenamtlichen Arbeit ein neuer formal legitimierter Rahmen gegeben werden. Es hätte Symbolkraft. Wir können nicht verschweigen, dass wir an der Integration weiterarbeiten müssen und nicht aus Angst vor Hetze alles versickern lassen. Wir haben doch die Strukturen und die Menschen in Viernheim.

14. „Der weitere Ausbau der mobilen und stationären Kontrolleinrichtungen muss forciert werden.“ An welche Standorte denken Sie dabei?

Bevor ich aufliste, dieses: Der neue mobile Blitzer im Tarnkappen-Bomber-Format hat stadtauswärts in der Weinheimer Straße, etwa 100 m entfernt vom Kreisel am „Kapellchen“ in drei oder vier Tagen über 1300 Verstöße registriert, der Rekord war meines Wissens über 100 km/h. Dort ist 30er Zone, mehrfach beschildert, es gibt mehrere Hinweisschilder auf Schüler und Radfahrer, es gibt dort eine Bushaltestelle und eine OEG-Station. Ich wohne ja dort und im Sommer fegt uns der Lärm der Raser schier von der Terrasse. Von diesen Orten gibt es noch etliche mehr, hier sind sie: Wasserstraße vom Kreisel bis zur Waage, die Weinheimer Straße zwischen Wingert und Kreisel, Industriestraße vom Neuen Weg bis zur L3111, unter Gefährdung der Besucher von Schwimmbad und Waldsporthalle, weiters am Königsacker zwischen Apotheke und Central Hotel, die ganze Kreuzstraße, man muss sich nur mal sommers draußen ins Roma setzen, da lernt man, was unter einem „Poser“ zu verstehen ist, im Großen Stellweg finden auch schon mal nachts Rennen statt… Ich denke, wir müssen die schwächsten Verkehrsteilnehmer, Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, Fahrradfahrer und Fußgänger besser schützen, die Bewohner und Anlieger auch. Das Recht auf Kraftfahrzeuge ist heilig, das Recht auf Schutz vor Lärmbelästigung und das Recht auf Unversehrtheit mindestens genauso.

Bild: OH/VT

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